Category
Ölbilder

Rauhnächte

200 x 190 cm, Acryl auf Leinwand.
Erstes Gemälde aus der Reihe Rauhnächte

 

Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt. Es gibt 12 Rauhnächte! Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der «Mutternacht» bis 24.00 Uhr am 25. Dezember – das war die erste Rauhnacht.

«Nacht» deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag «Nacht». Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht, wo an vielen Orten in Bayern und Österreich Perchtenläufe abgehalten werden. Danach ist dann Heilig-Drei-König, das Fest, das auch Epiphaniea, «Erscheinung», genannt
wird.

Es gibt aber auch Varianten von z.B. 13 Rauhnächten, weil man davon ausgehen kann, daß die alten keltischen Stämme sich nach dem Mond richteten und 13 Mondmonate hatten.

Und dann gibt es noch besondere Variante, daß die Rauhnächte an der Wintersonnwende beginnen, sprich am 21. Dezember mit der Thomasnacht. Der Name Thomas bedeutet übersetzt «Zwilling». Das ist deshalb interessant, weil der Apostel Thomas auch als Zwilling von Jesus angesehen wurde. Und sind nicht die Sonnwenden auch eine Art von Zwillingen: Sommersonnwende und Wintersonnwende. Und über vielen Kirchenportalen kann man heute noch 2 Wölfe oder Wolfsdrachen (=Zwillingswölfe) sehen, die für die Sonnwenden stehen. Sie stehen sich gegenüber, und der eine bedeutet die Zeit vor der Sonnwende und der andere die Zeit nach der Sonnwende.

Wolf-Dieter Storl schreibt in seinem Buch Naturrituale über eine solche Begegnung in diesem Wilden Heer zur Winterzeit: «Wir wohnen abgelegen, fern von jedem Dorf… In den Wintertagen, wenn wir eingeschneit sind und es ganz still ist, da kommt es gelegentlich vor, dass sich in den Momenten zwischen Schlafen und Wachen eigenartige Wesen zeigen…»

In dem man die Wilde Jagt vorüber ziehen ließ und ihnen einen Kupferpfennig mit auf die Reise gab, schützte man das Haus vor Krankheit und Unglück. Im Haus wurden Lichter entzündet und Räucherwerk verbrannt. Aus diesem Naturritual ist unser Brauch der Weihnachtslichter und seit dem 19 Jhd. der geschmückte Tannenbaum entstanden.